Teil III · Kapitel 11
Local SEO
Sichtbarkeit für standortbezogene Suchen — die drei lokalen Faktoren Relevanz, Distanz und Prominenz, das Google Business Profile, Map Pack vs. Local Finder, NAP-Konsistenz und Citations, Bewertungen mit ihren Richtlinien-Fallen, echte lokale Landingpages statt Doorways und LocalBusiness-Schema als Eligibility.
Kurz gefasst — Local SEO macht ein Unternehmen für standortbezogene Suchen sichtbar — im Map Pack, in Google Maps und in der lokalen organischen Liste. Anders als beim klassischen SEO nennt Google hier seine Faktoren sogar selbst: Relevanz, Distanz, Prominenz. Alles, woran man arbeitet — ein vollständiges Google Business Profile, echte Bewertungen, konsistente Kontaktdaten, ehrliche Standortseiten — speist diese drei. Der ehrliche Filter: Die kursierenden Prozent-Gewichtungen sind Anbieter-Umfragen, kein Google-Wert; Schema macht eligible, nicht besser; und die Abkürzungen (gekaufte oder gefilterte Bewertungen, Doorway-Seiten) verstoßen gegen Richtlinien.
Lokales Ranking: Relevanz, Distanz, Prominenz
Google benennt für lokale Ergebnisse drei Faktoren — selten genug für eine Suchmaschine, die ihre Signale sonst geheim hält. Relevanz, Distanz und Prominenz Fachbegriff . Relevanz ist die Passung zwischen Suchanfrage und Unternehmen, Distanz die Entfernung zum Suchort, Prominenz die Bekanntheit. R2
Entscheidend fürs Verständnis: Bewertungen, Kategorien, Citations und Backlinks sind keine separaten Faktoren, sondern Eingaben in diese drei. Die relative Gewichtung legt Google nicht offen.
Die folgende Tabelle ordnet die steuerbaren Hebel ehrlich ein — was sie speisen und was sie wirklich sind:
| Lokaler Hebel | Speist | Ehrliche Einordnung |
|---|---|---|
| GBP-Vollständigkeit & Kategorie | Relevanz + Prominenz | stärkster steuerbarer Hebel (Konsens) |
| Nähe zum Suchenden | Distanz | kaum beeinflussbar |
| Bewertungen (Menge/Aktualität) | Prominenz | Signal ja; „Top-3“ = Vendor-Konsens |
| NAP / Citations | Relevanz + Prominenz | moderates Vertrauenssignal |
| Lokale Landingpages | Relevanz | echter Content, kein Doorway |
| LocalBusiness-Schema | — | Eligibility, kein Ranking-Boost |
Google Business Profile: das zentrale lokale Asset
Das Google Business Profile Fachbegriff (GBP) — bis zur Umbenennung 2021/2022 Google My Business — steuert den Auftritt in Maps und Map Pack und ist der wichtigste lokale Stellhebel. Es kostet nichts und gehört vollständig ausgefüllt: korrekte Kategorien, Öffnungszeiten, Fotos, Attribute, Leistungen. Content-SEO
Der stärkste einzelne Hebel ist die Primärkategorie Fachbegriff . Sie ordnet das Unternehmen thematisch ein; sekundäre Kategorien ergänzen sie. Dass die Kategoriewahl überproportional wirkt, ist belastbarer Local-SEO-Konsens — von Google allerdings nicht quantifiziert oder zum „wichtigsten Faktor“ erklärt. Content-SEO
Local Pack, Local Finder und „Near me“
Standortsuchen lösen eigene SERP-Flächen aus, die man sauber auseinanderhalten sollte. Der Local/Map Pack Fachbegriff ist der Block aus meist drei Einträgen mit Karte. Der Local Finder Fachbegriff ist die erweiterte Listenansicht dahinter (nach Klick auf „Mehr Orte“). Beide liegen über den klassisch-organischen Ergebnissen — eine lokale Seite kann im Pack und organisch zugleich ranken. R2
„Near me“-Suchen Fachbegriff — explizit („… in meiner Nähe“) oder implizit standortbezogen — triggern bevorzugt diese Flächen und führen oft zu zeitnahem Offline-Kontakt. Genau das macht lokale Sichtbarkeit kommerziell so wertvoll.
NAP, Citations und die Verzeichnis-Landschaft
NAP Fachbegriff — Name, Address, Phone — sollte über das gesamte Web identisch sein; Google nutzt diese Daten zur Verifizierung der Existenz und Identität eines Unternehmens. Typische Stolpersteine sind abweichende Telefonnummern, Namensvarianten (GmbH vs. ausgeschrieben) und uneinheitliche Adressformate. Sauber hält man das über einen Master-Datensatz plus Monitoring. Content-SEO
Lokale Citations Fachbegriff — strukturierte Einträge in Verzeichnissen und unstrukturierte Erwähnungen — stützen dieses Vertrauen; ihr Gewicht ist moderat und ebenfalls anbieter-geschätzt. Ein Teil davon verteilt sich über Datenaggregatoren.
Bewertungen: Prominenz-Signal mit Richtlinien-Fallen
Bewertungen Fachbegriff speisen das Prominenz-Signal — über Menge, Durchschnitt, Aktualität (Review Velocity) und die Reaktion des Unternehmens. Dass Reviews lokal stark zählen, ist plausibler Konsens; die populäre Einordnung als „Top-3-Faktor“ stammt allerdings aus Vendor-Umfragen, nicht aus einer Google-Aussage. Als allgemeines Reputationssignal über Local hinaus gehören Bewertungen auch ins Off-Page SEO. Content-SEO
Lokale Landingpages — und die Doorway-Grenze
Wer mehrere Standorte oder Leistungen abdeckt, braucht echte lokale Landingpages Fachbegriff — mit eigenem, ortsspezifischem Inhalt: lokale Referenzen, echte Fotos, Anfahrt, Ansprechpartner, regionale Besonderheiten. Die Gefahr ist die Kehrseite: dünne, austauschbare „Service + Stadt“-Seiten, die zum Doorway Fachbegriff werden.
Als Heuristik (keine offizielle Google-Schwelle) gilt: eine Handvoll Seiten für tatsächlich bediente Standorte ist unkritisch; Dutzende verlangen echten Unique Content je Seite; Hunderte nahezu identische Seiten sind ein hohes Doorway-Risiko. Richtwert aus der Praxis sind 500–1.000 Wörter eigenständiger Inhalt und einige standortspezifische Elemente pro Seite. Landing-Pages
Multi-Location & Service-Area-Business
Bei vielen Standorten trägt eine Hub-and-Spoke-Architektur: ein Store-Locator Fachbegriff als Verteiler führt zu je einer Standortseite mit eigenem NAP, Karte und Öffnungszeiten. Jeder Standort braucht ein eigenes, verifiziertes GBP.
Ein Service-Area-Business Fachbegriff (SAB) ohne Ladenlokal — Handwerker, Lieferdienste — zeigt im Profil sein Servicegebiet statt einer Adresse.
LocalBusiness-Schema: Eligibility, kein Ranking-Boost
LocalBusiness-Schema Fachbegriff zeichnet
Adresse, Öffnungszeiten, Geo-Koordinaten und Kontakt maschinenlesbar aus (Pflicht-Properties name,
address; empfohlen u. a. telephone, openingHours, geo). Das NAP im Markup sollte identisch zum GBP und zum Footer sein.
Local-Spam: Namens-Stuffing, Fake-Standorte, Lead-Gen
Die häufigsten lokalen Manipulationen sind zugleich Richtlinienverstöße. Keywords oder Orte in den GBP-Namen zu stopfen (statt des echten Firmennamens), Fake- oder Geister-Standorte anzulegen oder Lead-Gen-Profile ohne echtes Geschäft zu betreiben — all das fällt unter Googles Richtlinie zur Darstellung des Unternehmens und kann zur Sperrung des Profils führen. Content-SEO
Der Reiz ist verständlich (lokale SERPs sind umkämpft, und Erfolge zeigen sich oft schneller als im allgemeinen SEO), das Risiko aber asymmetrisch: Ein gesperrtes Profil kostet die gesamte lokale Sichtbarkeit. Die belastbare Strategie ist unspektakulär — ein echtes, vollständiges Profil, echte Bewertungen, konsistente Daten.
Das größere Bild. Local SEO ist ungewöhnlich ehrliches Terrain: Google nennt seine drei Faktoren selbst, und die steuerbaren Hebel — ein vollständiges Business Profile, echte Bewertungen, konsistente NAP-Daten, eigenständige Standortseiten — sind exakt die legitimen. Die Fallen sind die Vendor-Gewichtungstabellen, die als Google-Wahrheit verkauft werden, und die Abkürzungen bei Bewertungen und Doorway-Seiten, die gegen Richtlinien verstoßen. Wer eine echte lokale Präsenz aufbaut, statt Signale zu fälschen, gewinnt hier am verlässlichsten.